Grundlagen

kleiner Junge mit einem Fahrrad auf einem Feldweg

Analysen

Unfälle, Gewalt, Selbstverletzung bei Kindern und Jugendlichen
Das Statistische Bundesamt gibt jedes Jahr den Fachbericht „Unfälle, Gewalt und Selbstverletzungen bei Kindern und Jugendlichen“ heraus, in dem detaillierte Ergebnisse aus der amtlichen Statistik und epidemiologische Analysen zum Unfall- und Verletzungsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen zusammengestellt sind. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes sind Unfälle, Gewalt und Selbstverletzungen die häufigsten Todesursachen bei Kindern und Jugendlichen zwischen 1 und 19 Jahren.



KiGGS: Ausgewählte Ergebnisse zu Kinderunfällen aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey
Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) ist eine repräsentative Studie des Robert Koch-Instituts zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen im Alter von 0-17 Jahren. Ziel der Studie ist es, umfassende Daten zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu erheben, zu analysieren und bekannt zu machen. Die Ergebnisse sollen an die Politik, die Fachwelt und die allgemeine Öffentlichkeit weiter gegeben werden. Die Auswertung beinhaltet auch wesentliche Ergebnisse zum Unfallgeschehen bei Kindern und zum Schutzverhalten.

Im Mai 2007 ist eine erste umfassende Ergebnisdarstellung als Schwerpunktheft des Bundesgesundheitsblatts mit mehr als 40 Einzelbeiträgen zur KiGGS-Studie erschienen, darunter auch ein interessanter Beitrag zu (Unfall-)Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen.

Die erste Folgebefragung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 1, 2009-12) ermöglicht eine Fortsetzung des mit der KiGGS-Basiserhebung (2003-06) begonnenen Unfallmonitorings auf Bundesebene. Der vorliegende Beitrag - veröffentlicht im Bundesgesundheitsblatt - liefert hierzu aktualisierte Informationen und gibt erstmals Anhaltspunkte zu zeitlichen Entwicklungen.

Dieser Artikel aus dem Bundesgesundheitsblatt 2014 (von A.-C. Saß · C. Poethko-Müller · A. Rommel · KiGGS Study Group)  gibt - basierend auf der KiGGS Welle 1, 2009-12 - einen Überblick über Daten zu Unfällen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Kinder und Jugendliche haben im Vergleich zu Erwachsenen ein besonders hohes Risiko, Unfallverletzungen zu erleiden. Um Unfallverletzungen vorzubeugen, sind detaillierte Kenntnisse über das gesamte Unfallgeschehen und über die Determinanten von Unfallverletzungen notwendig.

Mit den Faktenblättern veröffentlich das RKI ausgewählte Ergebnisse der 1. KiGGS-Welle. Zum Thema Verletzungen durch Unfälle wurden die Eltern in KiGGS Welle 1 nach nicht-tödlichen, unbeabsichtigten Verletzungen und Vergiftungen ihrer Kinder innerhalb der letzten 12 Monate gefragt. Im Faktenblatt Unfallverletzungen werden die Ergebnisse eingeordnet sowie in  Kernaussagen zusammengefasst.

In KiGGS Welle 1 wurde die Rolle von Gegenständen und Produkten wie Laufrädern, Sportgeräten oder heißen Flüssigkeiten im Unfallgeschehen von Kindern und Jugendlichen erfasst. Im vorliegenden Beitrag wird analysiert, welche Gruppen von Gegenständen und Produkten in welchen Altersgruppen eine Rolle spielen und welche einzelnen Gegenstände oder Produkte besonders häufig im Zusammenhang mit Unfällen stehen.

Download "Unfälle in Deutschland - Woran verletzen sich Kinder und Jugendliche?"



Prävention von Verletzungen bei kleinen Kindern
Epidemiologische Studien in Deutschland zeigen, dass bei Verletzungen Säuglinge und kleine Kinder am stärksten gefährdet und schutzbedürftig sind. Von allen Kindern unter 15 Jahren haben diese die höchsten Raten bei den tödlichen und schweren Verletzungen. Ziel dieses Beitrages - veröffentlicht im Bundesgesundheitsblatt - ist daher, aus wissenschaftlicher Sicht darzustellen, welche Maßnahmen in der Unfallprävention für diese Altersgruppe als erfolgreich gelten.



Review zu Erziehungsprogrammen zur Prävention von unbeabsichtigten Verletzungen im Kindesalter
Erziehungsprogramme sind wirksam im Hinblick auf die Reduzierung von Verletzungen im Kindesalter und verbessern die häusliche Sicherheit, insbesondere für risikobehaftete Familien wie z.B. jugendliche oder alleinerziehende Mütter.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine wissenschaftliche Auswertung von Cochrane (ein globales, unabhängiges Netzwerk aus  Wissenschaft, Gesundheit, Patienten und Patientinnen, Angehörigen und anderen Personen mit gesundheitsbezogenen Interessen).

Download: Deutschsprachige Zusammenfassung
Download: Originalartikel (englisch)



Großbritannien: Unfälle bei unter 5jährigen - Datenquellen und Ergebnisse
Die Royal Society for the Prevention of Accidents (RoSPA) und das Royal College of Emergency Medicine (RCEM) haben Unfalldaten der unter 5jährigen aus den Notfallambulanzen in Großbritannien in einem Factsheet zusammengestellt. 7% der Aufnahmen in Notfallambulanzen fallen auf unter 5jährige, davon sind 18% mit lebensgefährlichen Verletzungen und/oder starken Schmerzen. Bei ca. 10% aller Notfallaufnahmen erfolgte eine nächtliche Einlieferung in ein Krankenhaus.

Download Factsheet action on accidents



World Drowning Report der WHO: Globaler Bericht zum Thema Ertrinken
Im aktuellen „World Drowning Report 2014“ der WHO werden erstmals global vorhandene Daten zum Thema Ertrinkung zusammengestellt. Der Bericht zeigt den aktuellen Wissenstand sowie geeignete Präventionsmaßnahmen aus allen Regionen (nach Politikbereich getrennt aufgeführt).



Vergiftungen in Deutschland - Krankheitsbegriff, Dokumentation und Einblicke in das Geschehen
Vergiftungen sind Teil des Unfallgeschehens in Deutschland, besonders bei Kindern. Vergiftungen, die infolge von Selbsttötungsabsichten (Suizide) oder Missbrauch (Abusus) zustande kommen, werden nicht zu den Unfällen gerechnet. Im Vergleich zu anderen Erkrankungen und Unfällen wird die Zahl der Vergiftungsfälle nicht ausreichend dokumentiert. Es gibt zurzeit keine Institution in Deutschland, die zusammengefasste, repräsentative und aussagekräftige Daten über das Vergiftungsgeschehen zur Verfügung stellen könnte. Bedingt durch die intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit der länderfinanzierten Giftinformationszentren (GIZ) und der Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR-DocCenter), auch in internationaler Zusammenarbeit, sind bereits harmonisierte und standardisierte Elemente für eine Vergiftungsunfall-gerechte Dokumentation und Berichterstattung erarbeitet worden. Eine erste auf die Bundesrepublik Deutschland bezogene Auswertung im Zeitraum 2005 bis 2012 auf der Basis publizierter und aufbereiteter Zahlen zeigt dieser Beitrag aus dem Bundesgesundheitsblatt.



Bericht "Injuries in the European Union"
Die Publikation, die von „Eurosafe“ mit Unterstützung der Europäischen Kommission herausgegeben wurde, bietet einen Überblick über Verletzungsdaten aus den Jahren 2010-2012. Sie zeigt auf, dass im Jahresdurchschnitt 40 Millionen Menschen in der EU infolge von Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden müssen und 233.000 verletzungsbedingte Todesfälle zu beklagen sind. Der Großteil der Verletzungen (73%) resultiert aus Unfällen in Heim und Freizeit, wobei sozial Benachteiligte, Kinder und ältere Menschen in besonderem Maße betroffen sind.
Zwischen den EU-Ländern bestehen große Unterschiede im Hinblick auf die Zahl tödlicher und stationär behandelter Unfälle pro 100.000 Einwohner. Es spricht also vieles dafür, erfolgreiche Maßnahmen, die in einigen Ländern zu niedrigen Unfallraten geführt haben, auf die gesamte EU auszuweiten. In Bezug auf die enormen finanziellen Belastungen, die sich aus Unfällen ergeben, könnten durch Aktivitäten zur Reduzierung von Heim- und Freizeitunfällen hohe Einsparungen erreicht werden.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Maarweg 149 - 161 / 50825 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300 /
E-Mail:
poststelle(at)bzga.de / E-Mail für Bestellungen von Medien und Materialien: order(at)bzga.de

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.